Weinmythen aufgedeckt #2: Rotwein muss bei Zimmertemperatur getrunken werden

Weinmythen aufgedeckt #2: Rotwein muss bei Zimmertemperatur getrunken werden

Weinmythen aufgedeckt #2: Rotwein muss bei Zimmertemperatur getrunken werden

Too hot to handle

Ein Weinmythos der besonders hartnäckigen Art. Aber tatsächlich kommt diese Annahme noch aus einer Zeit, in der die Zimmer unbeheizt waren. Damals hatten die Räume durchschnittlich eine Temperatur von 16-18 °C. Mittlerweile hat sich aber unser Verständnis von Raumtemperatur deutlich gewandelt. Dank Fußbodenheizung und Co sind wir eher zwischen 20-23 °C unterwegs und so warm sollte wirklich kein Rotwein der Welt getrunken werden.

"Ich mag keinen Rotwein..."

Wer es ganz genau wissen will, der optimale Trinkbereich für Rotwein liegt zwischen 14-18 °C. Kellertemperatur ist also angesagt. Da in Deutschland der Rotwein leider oft viel zu warm getrunken wird, gibt es einige Leute, die denken, dass sie Rotwein generell nicht mögen. Dabei müssten sie nur einmal ein gut temperiertes Glas probieren.

Wieso? Weshalb? Warum?

Aber warum ist die richtige Trinktemperatur bei Rotweinen überhaupt so wichtig und weshalb überhaupt einen Unterschied zum Weißwein machen? Das liegt vor allem an der Art der Rotweinherstellung. Was vielen nicht bewusst ist ist, dass rote Trauben, viele zumindest z.Bsp. Spätburgunder, beim Pressen erstmal weißen Saft erzeugen. Die Farbe kommt erst durch den Kontakt des Saftes mit der roten Traubenschale in den Wein. Deshalb bleiben die Beeren bei der sogenannten Maischegärung für mehrere Tage mit dem Saft in einem Gärbottich zusammen. Neben den Farbstoffen werden aus der Schale auch Aromastoffe und die Tannine in den späteren Wein extrahiert. Und hier wird es interessant. Beim Weißwein spielen die Tannine nämlich aufgrund der direkten Abpressung keine wirkliche Rolle.

Die richtige Temperatur macht`s

Und das Ding mit den Tanninen ist. Wenn der Wein zu kalt ist, schmecken sie bitter und ziehen euch den ganzen Mund zusammen. Das ist der Grund warum wir den Rotwein von der Tendenz schon etwas wärmer trinken als Weißwein (hier optimale Trinktemperatur: 8 - 14 °C, Zusatzeffekt: Kälte dämpft das Säureempfinden, von der Weißwein tendenziell etwas mehr hat). Übertreibt man es aber mit der Temperatur, schmeck und riecht man den Alkohol des Weines zu stark und das ist wirklich unangenehm. Ihr seht es ist ein schmaler Grad, nicht zu warm und nicht zu kalt.

Der Tipp für die echten Weinliebhaber unter euch: Je weniger Tannine und je mehr Säure ein Rotwein hat, desto kühler könnt ihr Ihn servieren und umgekehrt. Auf diese Beschreibung passt beispielsweise unser Spätburgunder perfekt, der gekühlt auf der Terrasse sehr gut kommt.

Praxistipp

Wer keinen perfekt temperierten Weinkühlschrank hat, oder ständig mit Thermometer hantieren möchte: Einfach den Rotwein eine halbe Stunde vor Genuss in den Kühlschrank stellen. Das passt in der Regel, vor allem im Sommer, perfekt. Und sollte er noch etwas zu kalt sein, kein Problem, wärmer wird der Wein im Glas wieder ganz von allein.

Gebt dem Rotwein eine Chance!

Unsere Fazit: An alle Rotweinskeptiker da draußen. Probiert bei der nächsten Gelegenheit mal ein gut temperiertes Glas. Das kann nämlich sehr erfrischend, fruchtig und lecker sein. Sollte das eure Meinung immer noch nicht ändern könnt ihr euch ja gerne wieder ausschließlich dem Weißwein widmen ;).